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Traute Molik-Riemer

(Bilder für Vergrößerung bitte anklicken)

Geboren in Kiel und aufgewachsen bei Wien.

Studium der Bildhauerei an der Akademie für
Angewandte Kunst Wien bei Prof. Knesl.

Ab 1970 freie Grafikerin und Illustratorin.

Seit 1990 Beschäftigung mit Druckgrafik, insbesondere Radierung.

Ausbildung an der Künstlerischen Volkshochschule Lazarettgasse, Tiefdruckklasse von Mag. Reinhold Egerth.

Es entsteht der 200 Kupferplatten umfassende Radierungszyklus "Assoziationen".

2005 Robert Schmitt-Preis für Druckgrafik der Kleinen Galerie.

Ab 2003 Schwerpunkt Malerei.

Es entstehen die Ölbild-Serien "Bild-Bilder" und "Wasser-Visionen",
die bei zahlreichen Einzelausstellungen im In- und Ausland gezeigt werden. 

Die neueste Serie - "Unsichtbare Bilder" - präsentiert die Künstlerin aktuell in der kleinen galerie.

 

"Durch jedes Wort entsteht ein Bild, ein Modell der Wirklichkeit"
Ludwig Wittgenstein

 

"Traute Molik-Riemer hat an der Akademie (jetzt Universität) für Angewandte Kunst Bildhauerei studiert. Und wie Skulpturen stehen ihre gemalten Menschen frei im Raum - ausgeschnitten aus ihrer Umgebung, freigestellt würde man in der Sprache der Computernutzer sagen.
Auch eine zweite Technik aus dem Computergrafik-programm Photoshop hat die Künstlerin bewusst übernommen:

Die Verwendung von Ebenen. Auf einem hauchfeinen Tüllüberzug ordnet sie dem realistisch gemalten Bild einen Begriff zu. Dieses Wort hat keinen narrativen Bezug zum Bild, sondern bildet einen dem Inhalt des Bildes entgegenstehendes Wort-Bild, das im Betrachter spontan das "unsichtbare Bild" erzeugt.

Moderne Medien haben uns mit fixen Begriffen geimpft, die ebenso feste Vorstellungen, ja gedachte Wahrnehmungen in uns auslösen:

TSUNAMI - TITANIC - UFO - CRASH - BURJ AL ARAB - WALL STREET.....

Der aktuelle Bezug der Gedankenbilder ist nicht zu übersehen. Aber auch witzige Ankläge finden sich auf den Bildern der Traute Molik-Riemer:

Das lapidare Wort "BIER" löst Durst - auch im Betrachter - aus. Wir sind auf Worte mit appetite appeal konditioniert wie Pavlov´sche Hunde. Auch die Kunstszene selbst wird persifliert, wenn die Künstlerin eines ihrer Bilder mit "Base Litz" überschreibt und es verkehrt aufhängt.

Die real gemalten Bilder selbst zeigen einfache Motive, auf das Wesentliche, Stille reduziert, und dem Alltagsleben abgeschaut. Provokant sind hingegen die Worte, die den Betrachter einbeziehen, seinem Bewusstsein Assoziationen einblenden und ihm gleichzeitig die Diskrepanz zwischen der Welt, die er alltäglich erlebt und der Welt, über die er liest und über die er oft unglaublich katastrophale Dinge weiß, zum Bewusstsein bringen. Die Worte brechen ein in die heile Welt dieser Bilder, so wie sie in unser Leben einbrechen können.
Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen dem Gesehenen und dem Wort, und auf das kommt es Molik-Riemer insbesondere an.

Kunsthistorisch gesehen, wurden erst im Kubismus Schriftfragmente auf Bildern verwendet. Es handelte sich dabei aber - wie später auch in der POP-Art Ära, um (Werbe-)aufschriften, die von Haus aus auf den gemalten Gegenständen abgebildet waren. Roy Lichtenstein malte Comic-Schriften nach, um seinen Bildern eine weitere Dimension zu geben, quasi den gemalten Ton.

In der neueren Kunstgeschichte machten sich die Worte selbständig, wie z.B. beim POP-Art Künstler Robert Indiana als Bild und als Plastik, was eine Generation von Schriftkünstlern evozierte und die Grenzen zwischen Bildender Kunst und Literatur verwischte.

Traute Molik-Riemer bedient sich in gewisser Weise der Wirkung von Bildunterschriften, die aber in ihrem Fall keineswegs nähere Hinweise auf das gemalte Bild geben, sondern oft erst nach vielen, komplexen Vorstellungen im Gehirn des Betrachters auf dieses zurückführen.

Lassen Sie - verehrte Anwesende - diese Bilder der Künstlerin Traute Molik-Riemer auf sich wirken, und testen Sie ihr eigenes Vorstellungsvermögen. Was für eine Fülle von - für uns Andere unsichtbare - Bildern dringt auf Sie ein, wenn Sie "11. september" lesen und dazu ein Zwillingspaar sehen. Malen Sie die Bilder in Ihrem Kopf weiter! Und wenn Sie heute Abend damit nicht fertig werden, kaufen Sie eines der Bilder und setzen Sie ihre Reise zu den unsichtbaren Bildern daheim fort...."

Univ. Lektor Prof. Mag. Dr. Walter Weiss